Über mich
Die Welt ein wenig heller machen.
Diesen Wunsch hatte ich schon als Kind. Damals wusste ich natürlich noch nicht, was ich später einmal beruflich machen würde. Ich wusste nur: Ich möchte etwas tun, das anderen Menschen hilft.
Vielleicht war es deshalb gar nicht so überraschend, dass ich irgendwann bei der Psychologie gelandet bin. Mich hat schon immer interessiert, warum Menschen so handeln, wie sie handeln. Was uns prägt. Warum wir manchmal an Dingen festhalten, obwohl sie uns nicht guttun. Und was uns dabei hilft, uns zu verändern.
Mein Weg zur Psychologie
Helfen wollte ich schon früh. Wie genau, wusste ich lange nicht.
Nach dem Abitur wusste ich zunächst ziemlich lange nicht, welchen beruflichen Weg ich einschlagen wollte. Ein helfender Beruf sollte es sein – mehr wusste ich eigentlich nicht.
Meine Eltern gaben mir schließlich einen kleinen Schubs in Richtung Psychologie. Auch Gespräche mit Menschen, die therapeutisch arbeiteten, halfen mir bei der Entscheidung.
Im Studium merkte ich dann schnell, dass ich richtig war. Mich faszinierte die Frage, warum wir Menschen so werden, wie wir sind: wie Erfahrungen uns prägen, wie psychische Probleme entstehen und warum manche Muster so hartnäckig bleiben.
Gleichzeitig wusste ich früh, dass ich nicht nur theoretisch mit Psychologie arbeiten wollte. Mich zog es in die klinische Arbeit und in die unmittelbare Begegnung mit Menschen. Deshalb setzte ich im Studium entsprechende Schwerpunkte und schloss anschließend die Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Fachkunde Verhaltenstherapie an.
Die andere Seite war schon immer da
Manche Fragen begleiten uns, bevor wir Worte für sie haben.
Neben meinem Interesse an Menschen und Psychologie gab es in meinem Leben immer noch eine andere Seite.
Ich bin religiös aufgewachsen. Fragen nach Gott, Leben und Tod und danach, ob unsere sichtbare Wirklichkeit wirklich alles ist, gehörten deshalb schon früh zu meinem Leben. Aber es waren nicht nur die Antworten der Religion, die mich geprägt haben. Da war auch ein eigenes inneres Erleben.
An eine Situation aus meiner Grundschulzeit erinnere ich mich bis heute. Ich saß im Bus und plötzlich wurde mir auf eine sehr intensive Weise bewusst:
„Ich bin Stephanie Lory.“ Nicht Martha Müller oder Sarah Winkler,
sondern ausgerechnet Stephanie Lory.
Gleichzeitig hatte ich das deutliche Gefühl: Ich hätte genauso gut jemand anderes sein können.
Es fühlte sich ein wenig so an, als wäre ich eine Schauspielerin, die für dieses Leben die Rolle „Stephanie Lory“ übernommen hatte.
Als Kind konnte ich dieses Erleben natürlich nicht einordnen. Aber die Frage dahinter ist geblieben:
Was ist eigentlich dieses Ich,
das unser Leben erlebt?
Verbundenheit
Das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein
Ein ähnliches Erleben kenne ich aus der Natur. Schon als Kind hatte ich dort häufig ein starkes Gefühl von Verbundenheit – mit der Natur, mit anderen Menschen und mit etwas, das über uns als Einzelne hinausgeht.
Ich hatte dafür keine Erklärung und brauchte damals auch keine. Es fühlte sich einfach selbstverständlich an.
Gleichzeitig wurde ich schon früh mit dem Tod nahestehender Menschen konfrontiert. Durch meine religiöse Erziehung kannte ich die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod. Für mich entstand daraus irgendwann ganz selbstverständlich die nächste Frage: Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt – warum sollte unser Dasein dann erst mit der Geburt beginnen?
Später begann ich, nach unterschiedlichen Antworten auf solche Fragen zu suchen. Ich las viel spirituelle Literatur und beschäftigte mich schon früh mit Berichten über Nahtoderfahrungen. Im Erwachsenenalter kamen Meditation und später meine Ausbildung zur THEKI-Bewusstseinstrainerin hinzu.
Vieles davon hat meine Vorstellungen verändert und erweitert. Anderes habe ich im Laufe der Jahre wieder verworfen.
Geblieben ist dieses tiefe Gefühl, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind.
Ich habe mich in meinem Leben immer auf eine schwer erklärbare Weise begleitet und geführt gefühlt.
Meine Haltung heute
Wissenschaftlich denken und spirituell offen bleiben
Lange liefen diese beiden Seiten meines Lebens eher nebeneinander.
Auf der einen Seite standen mein Psychologiestudium, meine psychotherapeutische Ausbildung und eine wissenschaftlich fundierte Arbeit. Auf der anderen meine persönlichen Erfahrungen und die Fragen nach Bewusstsein, Verbundenheit und danach, ob unsere materielle Wirklichkeit tatsächlich alles ist.
Heute empfinde ich diese Trennung nicht mehr als notwendig.
Ich muss mich nicht entscheiden, ob ich wissenschaftlich denken oder spirituell offen sein möchte.
Wissenschaftliches Denken bedeutet für mich, genau hinzusehen. Behauptungen zu prüfen. Nicht aus einem zeitlichen Zusammenhang gleich eine Ursache zu machen. Und bereit zu sein, auch das infrage zu stellen,
was ich selbst gerne glauben möchte.
Gleichzeitig bedeutet Wissenschaft für mich nicht, dass nur das existieren kann,
was wir heute bereits messen oder erklären können.
Es gibt vieles, das ich nicht weiß.
Und ich finde, dass man dieses Nichtwissen aushalten darf.
Ich habe eigene Überzeugungen darüber entwickelt, wie ich unser Leben und unsere Existenz verstehe. Diese Überzeugungen dürfen mein Denken und auch meine Begegnung mit anderen Menschen prägen.
Aber sie bleiben meine Überzeugungen.
Ich möchte sie anbieten können, wenn sie in einem Gespräch hilfreich sind – und gleichzeitig offen dafür bleiben, dass ein anderer Mensch zu ganz anderen Antworten kommt.
Was mir heute wichtig ist
Neugierig bleiben. Den Menschen sehen. Nicht perfekt werden müssen.
Widersprüche aushalten
Je länger ich mit Menschen arbeite und je älter ich selbst werde, desto weniger glaube ich an einfache Antworten.
Menschen können gleichzeitig stark und verletzlich sein. Wir können etwas längst verstanden haben und trotzdem immer wieder in ein altes Muster rutschen. Wir können jemanden lieben und uns trotzdem über ihn ärgern. Und wir können uns verändern wollen und gleichzeitig Angst vor genau dieser Veränderung haben.
Das alles darf gleichzeitig wahr sein.
Vielleicht bin ich deshalb mit den Jahren entspannter gegenüber Widersprüchen geworden – bei anderen und bei mir selbst. Ich kann eine feste Überzeugung haben und sie trotzdem hinterfragen. Ich kann psychologische Zusammenhänge erklären und trotzdem staunen. Und ich kann manchmal schlicht sagen: Ich weiß es nicht.
Das finde ich heute nicht mehr beunruhigend, sondern ziemlich befreiend.
Neugierig bleiben
Neugier ist für mich eine der wichtigsten Voraussetzungen für Entwicklung.
Was passiert, wenn ich einen Gedanken, den ich seit Jahren für wahr halte, noch einmal überprüfe? Was, wenn das Verhalten eines anderen Menschen ganz andere Gründe hat, als ich vermute? Und was, wenn ich mich selbst an einer Stelle noch gar nicht so gut kenne, wie ich dachte?
Auch in meiner Arbeit versuche ich deshalb, nicht zu schnell zu wissen, was mit einem Menschen „los ist“.
Erst einmal hinschauen. Fragen stellen. Verstehen wollen.
Und manchmal überrascht sein.
Den Menschen hinter dem Problem sehen
In meiner Arbeit begegnen mir natürlich Diagnosen. Sie können wichtig sein. Sie helfen, Symptome einzuordnen, Behandlungen zu planen und sich fachlich zu verständigen.
Aber eine Diagnose beschreibt niemals einen ganzen Menschen.
Hinter einer Depression, einer Angststörung oder einem Trauma steht immer jemand mit einer eigenen Geschichte. Mit Beziehungen, Sehnsüchten und Widersprüchen. Mit Dingen, die richtig gut funktionieren, obwohl anderes gerade überhaupt nicht funktioniert.
Und vielleicht auch mit einem ziemlich schrägen Humor.
Mich interessiert der Mensch hinter dem Problem.
Nicht perfekt werden müssen
Persönliche Entwicklung ist für mich keine Aufgabe, die wir irgendwann erfolgreich abschließen müssen.
Ich glaube nicht, dass wir erst jede Angst überwinden, jeden Glaubenssatz auflösen, jede alte Verletzung heilen und vollkommen mit uns im Reinen sein müssen, bevor wir ein gutes Leben führen dürfen.
Vielleicht bedeutet Entwicklung manchmal etwas viel Unspektakuläreres.
Früher zu merken, wenn ich mich gerade selbst verliere. Ein Nein auszusprechen, obwohl es sich unangenehm anfühlt. Mich nach einem Fehler nicht drei Tage lang innerlich zu beschimpfen. Oder über ein Muster, das mich seit zwanzig Jahren begleitet, irgendwann auch einmal lachen zu können.
Wir dürfen uns entwickeln, ohne zu einem Projekt zu werden, das niemals fertig ist.
Und wenn ich nicht arbeite?
Dann findet man mich ziemlich wahrscheinlich draußen.
Ich arbeite gerne in unserem Garten, wandere mit meiner Familie und schwimme im Bodensee – am liebsten natürlich dann, wenn das Wasser nicht gerade Temperaturen hat, bei denen es eiserne Disziplin braucht, um hineinzugehen.
Ich male gerne und ich meditiere. Beides bringt mich auf unterschiedliche Weise zur Ruhe und aus dem vielen Denken heraus.
Und die Natur begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Sie ist für mich nicht nur ein Ort, an dem ich mich erhole. In ihr erlebe ich besonders stark dieses Gefühl von Verbundenheit, das schon als Kind für mich da war.
Gleichzeitig genieße ich es ganz schlicht, mit meiner Familie unterwegs zu sein, gemeinsam etwas zu erleben – und das Leben zwischendurch einfach Leben sein zu lassen.
Mein fachlicher Hintergrund
Mein fachlicher Weg
So persönlich, wie ich mich gerade beschrieben habe, gehört zu mir natürlich auch die andere Seite: eine ziemlich klassische psychologische und psychotherapeutische Ausbildung und inzwischen mehr als ein Jahrzehnt Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen.
Einmal in kurz:
B.Sc. Psychologie
Maastricht University, Niederlande.
M.Sc. Psychologie
Universität Konstanz.
Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin
Vollzeitausbildung Verhaltenstherapie an der Luisenklinik Bad Dürrheim, Abschluss mit Approbation.
Luisenklinik Bad Dürrheim
Psychotherapeutische Tätigkeit auf der Akutstation und am Ausbildungsinstitut.
Universität Konstanz
Psychotherapeutin und Dozentin an der Hochschulambulanz.
Eigene kassenärztliche Praxis
Psychologische Psychotherapie · Verhaltenstherapie.
Ausbildung angehender Psychotherapeut:innen
Freiberufliche Tätigkeit am apb. Zentrum für Psychotherapie Bodensee als Selbsterfahrungsleiterin sowie Prüfertätigkeit an der Luisenklinik.
Privatpraxis
Psychologische Psychotherapie · Verhaltenstherapie.
Was ich an meinem beruflichen Weg besonders schätze, ist die Vielfalt: Ich durfte Menschen in akuten Krisen begleiten, über längere Zeit psychotherapeutisch behandeln, Studierende und angehende Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten unterrichten und Menschen in ihrer Selbsterfahrung begleiten.
Und ich lerne dabei bis heute weiter.
Von Fortbildungen und Fachliteratur – aber mindestens genauso oft von den Menschen, die mir gegenübersitzen.
Vielleicht ist genau das der rote Faden meines Weges geblieben.
Menschen verstehen zu wollen.
Mich selbst immer wieder neu verstehen zu lernen.
Offen zu bleiben für das, was ich noch nicht verstehe.
Und mit dem, was ich kann und was mir zur Verfügung steht, dazu beizutragen, dass die Welt an meinem kleinen Platz ein wenig heller wird.