Was ich in Menschen sehe
In meiner Arbeit begegnen mir Menschen häufig in Zeiten, in denen sie an sich selbst zweifeln. Sie leiden unter Ängsten, alten Verletzungen oder Verhaltensweisen, die sie nicht verstehen. Manche haben über lange Zeit die Erfahrung gemacht, nicht richtig zu sein, nicht zu genügen oder anders sein zu müssen, um geliebt und angenommen zu werden.
Und trotzdem habe ich im Laufe der Jahre immer stärker den Eindruck gewonnen, dass es in uns etwas gibt, das von all diesen Erfahrungen nicht vollständig berührt wird.
Einen inneren Kern, der nicht erst geheilt, verbessert oder optimiert werden muss.
Vielleicht besteht Entwicklung deshalb manchmal darin, Schicht für Schicht zu erkennen, was wir im Laufe unseres Lebens über uns gelernt und geglaubt haben – und neugierig darauf zu werden, was darunter zum Vorschein kommt.
Psychotherapie kann dabei helfen, Verletzungen zu verstehen, Muster zu verändern und neue Erfahrungen zu machen. Persönliche und spirituelle Entwicklung kann die Frage noch etwas weiter öffnen: Wer bin ich eigentlich jenseits dessen, was ich über mich zu wissen glaube?
Mich interessiert beides und darin liegt der rote Faden meiner Arbeit: Menschen nicht dabei zu helfen, jemand anderes zu werden, sondern ihnen einen Raum anzubieten, in dem sie sich selbst wieder näherkommen können.